Weizenbier Protokoll, das



Empfaenger : /LIFE/D/WITZE
Absender : Richard_Gresser@albi.life.de (Richard Gresser)
Betreff : NO SUBJECT
Datum : Fr 14.11.97, 22:39 (erhalten: 01.12.97)
Groesse : 14353 Bytes
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Kuerzlich verabschiedete ich mich bei einem CHAT mit den Worten: 'Leg
Dich wieder hin, ich werd noch mir nochn Weizen reintun und dann auch
schlafen gehen...'
Darauf der andere: 'Mensch, aufn Weizen koennt ich jetzt auch...'

Also begab ich mich am darauffolgenden Tag in meinen Bastelkeller und
fing an...
Nun ist es FAST fertig !!! Das WEIZENBIERUEBERTRAGUNGS-PROTOKOLL und die dazugehoerige Hardware:

Beschreibung der Hardware: sieht aus wie ne alte Schuhschachtel (Marke mit den Streifen...) Oben ein Trichter drin, an der Seite ein Zapfhahn und hinten eine Buchse fuer nen Kaltgeraetestecker und eine serielle Schnitt- stelle.

Beschreibung der Software: Protokoll aehnelt sehr dem Z-Modem-Protokoll:
Je nach 'Guete der Leitung' wird die Uebertragungsmenge gesteigert...

Vorgang der Uebertragung: Bei beiden Stellen ist ein Rechner mit zwei seriellen Schnittstellen notwendig: eine fuer's Modem, die andere fuer die Hardware.
Bier in den Trichter, Uebertragung starten, fertig.
Auf der Gegenseite: Uebertragung starten und nach Beendigung das Bier ueber den Zapfhahn entnehmen.

Leider hatte ich dann ein Problem: Mit Weizen klappte die Sache
Teil%oewfk7F'AezHr`AeAe?t3YOeoek
teilweise genauso gut wie die Uebertragung dieses Textes.
(Beispiel siehe 2 Zeilen hoeher...)


Manchmal ging es allerdings fuerchterlich schief...

Daraufhin habe ich spezielle Uebertragungsprotokolle entwickelt.
1. helles Weizen Kristall (KWh-Protokoll)
2. helles Weizen Hefe (HWh-Protokoll)
3. dunkles Weizen Kristall (dWk-Protokoll)
4. dunkles Weizen Hefe (dWh-Protokoll)
(3. konnte leider mangels Material nicht getestet werden...)

Mit normalen Bier (Pils oder so) gab es allerdings fuerchterliche Probleme:
Bei normalem Bier kam - egal, welche Marke - nur Wasser bei der Gegen-
stelle an. Ausnahme: BOELKSTOFF (hier kam teilweise alles richtig rueber,
aber auch leider manchmal Milch an...)

Ich suche jetzt ganz dringend einen Programmierer, der mir ein Protokoll
zur Pils- und Altbier-Uebertragung schreibt. Nach dem vielen Testen bin
ich einfach zu erschoepft, um dies selbst zu machen...

In der Hoffnung auf baldige Antwort.

Prost Prian

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Und dann kam diese Antwort...


Weizenprotokoll II

Offensichtlich herrschen immer noch reichlich Unklarheiten, was das Ueber-
tragen von alkoholischen Getraenken angeht. Daher an dieser Stelle ein
kurzer Abriss der technischen Anforderungen und Moeglichkeiten.

Zunaechst gibt es zwei grundsaetzlich verschiedene Arten der Alkohol-
uebertragung, diese sind gemaess der CCITA (Committee consultativ
international de transmission du alcohol) Empfehlungen B.21 bis B.23bier
unterteilt nach dem Volumenanteil des Alkohols:

B.21
Tafelweine und Duennbiere bis 3.5 %
(darunter fallen auch die sogenannten 'alkoholfreien' Biere, die aller-
dings besser im Halbschluckspecht-Betrieb nach B.08pust uebertragen
werden sollten)

B.22
Qualitaetsweine und Pilsener bis 5.3 %
(hierunter fallen auch der sogenannte 'Boelkstoff' und Altbiere, sowie
Schaumweine )

B.23
Alt- und Weizenbiere, sowie Champagner

B.23bier
Fuer den Uebertragungsbereich bis 21 %
(geeignet fuer alle Bierarten und Weine, jedoch aus technischen Gruenden
nicht fuer Schaumweine)

Ausserdem duerfte noch die Empfehlung A.22 interessant sein, die fuer
Uebertragungen ab 22 % in allen Alkoholklassen gedacht ist, sowie A.22T
fuer technische Alkohole und A.22S fuer Spiritus und Haarwasser.

Uns interessiert in diesem Zusammenhang also die Empfehlung B.23bier, da
wir dort die meisten Moeglichkeiten haben, das Projekt Weizenbierueber-
tragung zu realisieren. B.23bier sieht grundsaetzlich die Uebertragung im
Vollschluckspechtverfahren vor, bei dem beide an der Uebertragung
beteiligten Seiten gleichzeitig einschenken und trinken koennen.

Wichtig ist vor allem eine korrekte Einstellung der Uebertragungsparameter,
bei den derzeit erhaeltlichen BiMoDems (Bier-Modulator-Demodulator) sind
leider meist nur zwei Einstellungen moeglich:

8N1
Es werden gleichzeitig acht Glaeser uebertragen, die Empfangsglaeser
muessen geneigt sein, und zwar um 1 mal 15 Grad, zwecks Verhinderung
von ueberhoehter Schaumbildung.

7E2
Es koennen nur sieben Glaeser zur Zeit uebertragen werden, die Glaeser
duerfen gerade gehalten werden (E = even), oder um 2 * mal 15 = 30 Grad
geneigt, was gerade bei Weizenbier empfehlenswert ist.

Die direkte Uebertragung ueber das Telefonnetz ist aber nur bei kleineren
Entfernungen zwischen den Gegenstellen sinnvoll, da es bei laengeren
Leitungen sehr oft vorkommt, dass das Bier unterwegs schal oder gar sauer
wird. Deshalb hat die DBP (Doppelbock-Bier-Pils) bereits im Jahre 1982 ein
fassorientiertes Uebertragungsnetz in Betrieb genommen, das als BAREX
bekannt ist. BAREX heisst 'barrel exchange' und bezeichnet die Art der
Uebertragung. Es gibt zwei Arten von Diensten, die angeboten werden:

BAREX-L ist das leitungsgebundene Verfahren, bei dem eine feste Leitung
zwischen den Gegenstellen geschaltet wird, was sehr hohe Uebertragungs-
geschwindigkeiten ermoeglicht und das Durchsickern an den Umschaltpunkten
minimiert.

BAREX-F fuellt die uebergebenen Faesser zunaechst mittels eines speziellen
Rechners, dem BAD (bottle assembler/disassembler) in einzelne Flaschen
ab, die dann in Kisten an einen BAD im Ortsbereich des Empfaengers
uebertragen werden. Dort werden die Flaschen entkorkt und wieder zu
kompletten Faessern zusammengekippt. Das einwandfreie Abfuellen und Aus-
leeren der Flaschen wird durch ein Schecksummenverfahren garantiert,
d.h. die mit dem Umfuellen Beschaeftigten erhalten derart hohe Schecks,
dass sie wirklich nicht mehr darauf angewiesen sind, fremde Flaschen zu
trinken. Stoerungen, wie sie in der Einfuehrungsphase zu verzeichnen
waren (Man erinnere sich nur an die gefuerchtete Fehlermeldung 'BAREX-F:
Voruebergehende Truebung im Glas'), gehoeren seit Einfuehrung von
BIGFON der Vergangenheit an.

BIGFON ist das Biere-integrierende Glasfasel-Ortsnetz und loest bis
zum Uebergang auf ISDN (Internationales SaufDienst-Netz) die herkoemm-
lichen Kupferleitungen ab.

Nach diesem kurzen Ueberblick ueber die netzabhaengige Seite wenden wir uns
noch kurz der praktischen Seite zu.

Wir setzen voraus, dass hardwareseitig mindestens ein AT (Altbier-Technik)
mit 640kB Hauptspeicher (kB = kleine Biere, 1 kB entspricht 0.2 Liter,
mithin hat ein AT ein FASSungsvermoegen von rund 128 Litern). Besser ist
natuerlich ein groesserer Hauptspeicher, dieser sollte dann aber unter EMS
arbeiten koennen (EMS: europaeischer Malzbier Standard), insbesondere wenn
auch Kinder Zugang zum Rechner haben (Kenntnis von Trinkername und Fasswort
vorausgesetzt). Empfehlenswert sind 2 MB RAB (RAB: Random access barrel =
Fass mit wahlfreiem Zugriff).

Ausserdem muss der Rechner vom ZZF (Zentralamt fuer Zulassungen im Fass-
wesen) zugelassen sein. Das erkennt man in der Regel an einem kleinem
Metallschild an der Schnittstelle (Zapfhahn), auf dem die zugelassenen
Biersorten vermerkt sind. Diese Schilder hat wohl jeder schon einmal an der
Schnittstelle eines oeffentlichen Terminals (kurz Kneipe genannt) bemerkt:
'Erdinger Weissbier', 'Diebels Alt', etc...

Bei nicht zugelassenen Rechnern, so wird jedenfalls von Seiten der DBP
immer wieder argumentiert, besteht die akute Gefahr, dass Verunreinigungen
wie Milch oder gar Wasser das Netz beeintraechtigen.

Sind diese Voraussetzungen erfuellt, benoetigt man nur noch ein passendes
Programm zur Uebertragung. Empfehlenswert sind dabei alle Produkte, die
eine gesicherte Uebertragung ermoeglichen. Auf dem MS-GOS-Sektor
(Multispirituosen-Glas-Operationssystem) sind das zum Beispiel PROFOMM
(PROfessionelles Flaschen-Oeffnungs- und Misch- Modul) und TELHICKS. Beide
unterstuetzen unter anderem Protokolle wie G-Modem (glasweises Uebertragen
mit zyklischem Schaumcheck), F-Modem (flaschenweises Uebertragen mit Pfand)
und F-Modem box (kasten- orientiertes Flaschenuebertragungssystem mit
wahlweise 12 oder 24 Flaschen).

Wer trotz dieser sehr empfehlenswerten und preiswerten Produkte lieber auf selbst Programmiertes zurueckgreifen will, sollte sich sehr genau mit dem Befuellsystem seines Rechners auskennen. Mit schlichten Hicks und Hocks, wie sie in BASIC (beginners alcoholic stuff instruction code) moeglich sind, kommt man meist nicht weit. Grundsaetzlich gilt fuer alle Hoch- sprachen: Zunaechst wird mit ASSIGN eine Biersorte einem Glas zugewiesen. Danach (!) kann die Schnittstelle mit FILL geoeffnet werden, sofern es sich um den ersten Zugriff handelt. Zum Nachschenken oeffnet man selbstver- staendlich mit REFILL. Man sollte natuerlich nicht vergessen, nach dem Einschenken die Schnittstelle wieder zu schliessen, bevor es zu einem Dropout kommt. Bei groesseren gesellschaftlichen Anlaessen ist die Anschaffung eines Streamers ratsam, da nur damit die Bierstroeme halbwegs vernuenftig gesichert werden koennen. Das staendige Flaschenwechseln wird einem sonst schnell zuviel, selbst wenn man die modernen 3.5-Liter Flaschen verwendet.

Der Vollstaendigkeit halber hier ein kurzes Programm in Pascal, welches die grundsaetzliche Vorgehensweise veranschaulicht. Dies ist kein Demoprogramm, da das hiesige Ordnungsamt keine Genehmigung dafuer erteilt hat!

PROGRAM Weizenbier;

CONST Weizen = 0 ;
Hefeweizen = 1 ;
Export = 2 ;
Pils = 3 ;
Alt = 4 ;
Bock = 5 ;
Urbock = 6 ;
Maibock = 7 ;
Festbock = 8 ;
Keinbock = 9 ;
Doppelbock =10 ;
nuechtern = 0 ;

TYPE ccm = Fluessigkeit ;
kleines_Bier = ARRAY [0..200] OF ccm ;
grosses_Bier = ARRAY [201..500] OF ccm ;
Stiefel = ARRAY [501..4500] OF ccm ;
korn = ARRAY [0..20] OF ccm ;

VAR leer : BOOLEAN ;
voll : BOOLEAN ;
promille : INTEGER ;
luett : kleines_Bier ;
halber : grosses_Bier ;
und_luett : korn ;
bestellt : integer ;

FUNCTION pusten : integer ;
EXTERNAL ;

FUNCTION received : boolean ;
EXTERNAL ;
FUNCTION Bier_fertig (welches:integer) : boolean ;
EXTERNAL ;

PROCEDURE einschenken (welches:integer) ;
EXTERNAL ;

PROCEDURE warten (wielange : geduldig) ;
EXTERNAL ;

PROCEDURE austrinken (welches:integer) ;
EXTERNAL ;

BEGIN
REPEAT
write('Welche Sorte (0..10): ') ;
readln(bestellt)
UNTIL bestellt IN [Weizen..Doppelbock] ;
REPEAT
REPEAT warten UNTIL received ;
REPEAT
einschenken ;
warten
UNTIL Bier_fertig(bestellt) ;
austrinken(bestellt)
UNTIL pusten >= 0.8
END.

Die extern deklarierten Prozeduren stammen aus dem Weizenbiertreiber hefeBASE IV+ von Erston Drink. Natuerlich muss das Programm, um wirklich einwandfrei zu funktionieren, noch um die ueblichen Fehlerroutinen erweitert werden. Dazu mag die folgende Liste der Fehlermeldungen hilfreich sein:

Code..................Bedeutung

0 glass empty
1 glass broken
2 glass not ready
3 too many glasses
4 too much vine
5 too much song
6 too toot...
7 no carrier
8 no carreer
9 out of bottles
A put ice into glass A:
B straw bend
C shake well before use
D shake, rhythm & roll
E synthicks error after glass nnn
F out of jokes


Betreff : weizenbieruebertragungsprotokoll
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Hallo,
kein Wunder,dass Du Probleme kriegst!

B.23 ist zwar fuer das Doppelschluckspechtverfahren (DSS) gedacht,allerdings kann nicht,wie von Dir geschildert,gleichzeitig bidirektional Weissbier uebertragen werden,sondern nur in die eine Richtung Weissbier,waehrend man in die andere Richtung nur Duennbier uebertragen kann.

Ich habe die besten Erfahrungen mit WNP (Weissbier Networking Protocoll),das von Microhopf lizensiert ist,gemacht,und zwar natuerlich mit Stufe 9 (bis 60% DSS),doch auch WNP 5 (bis 21% DSS) kann sich sehen lassen.Die WNP's ab Stufe 5 erhoehen ausserdem noch den Druck in der Leitung,so dass der Bierdurchsatz noch gesteigert werden kann.

In letzter Zeit setzt sich,besonders in BBSen (Beer Barrel Systems) immer mehr ein Geraet namens HST (HopfenSchnellTrinker) durch.Dieses Protokoll,entwickelt von der Brauereifachschule Freising, ermoeglicht wahlweise Zechsessions nach B.32/B.32bier (siehe unten),und auch nach der HST-Norm;hierbei kann in eine Richtung Alkohol bis zu 100% uebertragen werden;allerdings kann die Gegenseite wiederum nur Duennbier schuetten.

Die Zukunft gehoert jedoch meiner Meinung nach dem B.42,dass DSS-Uebertragungen bis zu 100% ermogelicht.Besonders leistungsfaehig wird die Angelegenheit dann, wenn man noch die B.42bier Druckerhoehung verwendet,die angeblich Kopression bis zu 4:1 ermoeglicht (dies geht jedoch nur bei hefefreien Alkoholika).

Natuerlich wird auch eine leistungsfaehige Software beoetigt;fuer den IBM ist dies z.B. Fass-Deckel,abgekuerzt FD.Will man ein Beer Barrel System betreiben, braucht man z.B. RBBS (Rotwein Beer Barrel System) oder RA (Real Alcohol).Auch an die Massenspeicher werden hohe Anforderungen gestellt:Waehrend bei den B21-23-Protokollen man noch direkt vom Zapfhahn weg konsumieren kann,sollte man bei WNP 1-5 ueber mindestens 5l,bei WNP 6-8 ueber mindestens 10l,bei WNP 9 und HST ueber mind. 15 Liter und bei B.42 ueber 20 Liter verfuegen (B.42bier erhoeht natuerlich noch den benoetigten Lagerplatz,solange man die Alkoholika nicht in kompirimierter Form lagert.)




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